Donnerstag, 26. Januar 2012

Das einzige, was sicher ist, ist die Veränderung

...das ist einer der weisen Sprüche meines Vaters :)

Bevor man sich entscheidet ein Jahr im Ausland zu verbringen, macht man sich natürlich Gedanken darüber, warum man das eigentlich tun will. Zum einen ist da der Reiz einer fremden Kultur, eines neuen Landes und der, eine Sprache nahezu perfekt zu lernen. Auch möchten die meisten mal etwas Soziales tun, im Kleinen etwas bewirken. Weiterhin gehört dazu, mal raus zu kommen von zu Hause, selbstständiger zu werden und sich persönlich weiter zu entwickeln. Jeder hat da so seine eigenen Erwartungen und Wünsche.
Wenn man im Zielland angekommen ist und sich ein bisschen eingelebt hat, findet man sehr schnell heraus, dass es ganz anders ist, als man sich das vorher so gedacht hat. Das heißt nicht, dass es negativ anders ist, einfach nur anders.

Mein Jahr bisher würde ich als sehr aufregend beschreiben, ich habe schon viel erlebt und auch schon die eine oder andere Überraschung gehabt.
Kurz vor Weihnachten kam dann die bisher größte...
Ein Mitarbeiter des AFS hat uns hier in Popayan besucht und uns mitgeteilt, dass das Auswärtige Amt in Deutschland den Cauca, die Region in der ich lebe, als rote Zone eingestuft hat.
Das Departamento gehört dank seiner strategischen Lage im Süden und den bergigen Gegenden zu denjenigen in Kolumbien, mit der größten Guerillapräsenz . In den Monaten, seit ich hier bin, ist hier der FARC-Chef, alias Alfonso Cano getötet worden, eine Bombe im Stadtzentrum Popayáns explodiert und eine weitere rechtzeitig gefunden worden. Wir AFSler durften seit Wochen die Stadt nicht mehr verlassen, da in den ländlichen Gegenden viele Konfrontationen zwischen staatlicher Gewalt und den Guerillatruppen stattfinden. Die Lage in Popayán selbst war angeblich nach wie vor sicher. Sicherer zumindest, als in den Großstädten Bogotá, Medellín und Calí.
Nun aber haben die deutsche Botschaft und das auswärtige Amt die Lage hier als zu gefährlich eingestuft und Reisewarnungen herausgegeben.
Für uns, die wir von der Regierung mitfinanziert werden, heißt das, dass wir nicht länger hier bleiben dürfen.
Der AFS musste daraufhin innerhalb kürzester Zeit neue Projekte und Gastfamilien für uns finden. Außer uns 7 Deutschen in Popayan sind auch noch 5 aus Cucuta, das liegt an der Grenze zu Venezuela, betroffen.
Meine neue Stadt heißt Duitama und liegt in Boyaca, nördlich von Bogota. Also ziemlich am anderen Ende Kolumbiens.

Auf der einen Seite ist es sehr schwer, mitten im Jahr die Stadt zu wechseln, denn das heißt, sich in einer neuen Familie, Umgebung und Arbeit nochmals einzugewöhnen. Und das dauert seine Zeit...
Auf der anderen Seite ist es auch eine Chance, einen neuen Teil des Landes kennen zu lernen und noch einmal etwas komplett anderes zu erleben.
Über meine neue Arbeit und Familie weiß ich leider noch gar nichts, das werde ich erst herausfinden, wenn ich dort bin. Ich meine nur, dass mein neues Projekt eher so etwas wie eine Grundschule ist. Aber genaueres konnte ich noch nicht erfahren.
Am Montag fliegen wir also alle nach Bogota zu unserem Halbzeitcamp und treffen dort alle anderen Freiwilligendienstler. Am Freitag geht es für einige von uns dann weiter ins neue Zuhause.

Kommentare:

  1. Wir wünschen dir eine gute Reise zum Halbzeitcamp und einen tollen Neustart in Duitama.

    Deine Familie

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  2. Hallo Judith
    Ich denke du bist schon in Duitama angekommen. Richtig - das ist wieder eine Chance für dich - aber auch sehr aufregend.
    Wir wünschen dir weiterhin eine gute - vielleicht etwas weniger "aufregende" Zeit.
    die Nachbarn

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